Die Alkoholsucht ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Alkoholabhängigkeit. Alkoholismus war früher eine Krankheit. Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme ICD-10 beschrieb jedoch schon 1992 den Alkoholismus als Verhaltensstörung, die durch den Konsum psychoaktiver Stoffe verursacht wird und gab ihm den Kode F10.2. Die Alkoholsucht charakterisiert sich durch Probleme in vielen Bereichen, das sind: physische und psychische Gesundheit, Gesellschaft, Beruf, Finanzen, Recht, zwischenmenschliche Beziehungen, Familie usw. Es wird vermutet, dass ca. 10% der Gesellschaft den Alkohol übermäßig konsumiert und 4% vom Alkohol abhängig ist.

Alkoholentzug Symptome Phasen

Ein Alkoholentzug ist notwendig, wenn folgende Symptome in den folgenden Phasen auftreten:
1. Phase - Gesellschaftlicher Alkoholkonsum: Das Trinken bereitet Freude, erhöht die Alkohollust und die Alkoholtoleranz, man wird umgangssprachlich „trinkfest“ (diese Erscheinung ist das Ergebnis erhöhter Leberfunktion, damit die übermäßige Alkoholmenge metabolisiert werden kann).

2. Phase – Warnungsphase: In dieser Phase treten „Filmrisse“ auf, es wird nach Trinkgelegenheiten gesucht, während Feiern werden Trinkrunden initiiert, andere werden zum intensiveren Trinken aufgefordert (damit der Alkohol so schnell wie möglich in den Körper gelangt), nach dem Konsum wird Erleichterung und Entspannung verspürt, das Befinden wird besser, die Schüchternheit verringert sich, man wird zur „Seele der Gesellschaft“, Alkohol wird auch alleine und heimlich konsumiert.

3. Phase – Kritische Phase: Sie kennzeichnet sich durch Beseitigung unangenehmer Symptome des übermäßigen Trinkens mit zusätzlichen Alkoholmengen, um die Erleichterung zu verspüren. Alkohol wird zwei oder mehrere Tage nacheinander konsumiert, ohne schlechtes Gewissen, es beginnen Konflikte in der Ehe, Vernachlässigung der Familie, Abwesenheit am Arbeitsplatz, der Alkoholkonsum wird mit verschiedenen Situationen gerechtfertigt, es treten Konflikte mit dem Gesetz auf, das Verhalten wird aggressiver, die Ernährung unregelmäßiger, das Aussehen wird vernachlässigt, eigene Interessen – abgesehen vom Alkoholkonsum – werden unwichtig, man trifft andere Trinker, die sexuelle Lust wird gehemmt, nach intensiven Konsumphasen beginnt völlige Alkoholabstinenz als Nachweis des starken Selbstbewusstseins oder zur Verbesserung des Gesundheitszustands, man fühlt sich gedankenleer und verspricht, mit dem Trinken aufzuhören.

4. Phase – Chronische Phase: Kontrollverlust über den Alkoholkonsum und das Leben, langfristige Konsumphasen, Trinken am Morgen, in Einsamkeit, verringerte Alkoholtoleranz des Körpers (die Leber kann übermäßige Alkoholmengen nicht metabolisieren), Auflösung der Familienbeziehungen, beruflicher und sozialer Abstieg, Konsum von ungenießbaren Alkoholarten aufgrund finanzieller Engpässe, Diebstähle, Vermögensverwertung zwecks Erlangung finanzieller Mittel, somatische Erkrankungen (Leberzirrhose, Polyneuropathie), alkoholische Epilepsie, Delirium tremens, Dementia alkoholica, polyneuritische Psychose, äußerste körperliche Erschöpfung, Tod.

Stimmen die Verhaltensmuster einer Person mit einer der obgenannten Phase überein, so ist sehr wahrscheinlich, dass die Alkoholsucht eine bestimmte Phase erreicht hat.

In diesem Fall kann die Therapie der Alkoholsucht in jeder Suchtphase begonnen werden. Je früher desto besser!

Alkoholentzugssymptome

Ein Alkoholentzug ist erforderlich, wenn folgende Symptome festgestellt werden:
1. Übermäßiger, häufiger oder länger als ursprünglich geplanter Alkoholkonsum
2. Ein abgebrochener oder nicht erfolgreicher Versuch, den Alkoholkonsum einzuschränken oder zu beenden.
3. Intensive Anstrengungen werden unternommen, um Alkohol zu erlangen und zu konsumieren. Das Ausnüchtern nimmt einen langen Zeitraum in Anspruch.
4. Entzugserscheinungen, ein starkes Bedürfnis nach Alkohol.
5. Wiederholter Alkoholkonsum, welcher die Erfüllung einfachster Pflichten in der Arbeit, in der Schule oder zu Hause verhindert.
6. Kontinuierlicher Alkoholkonsum trotz andauernder und/oder wiederkehrender Probleme auf sozialer bzw. zwischenmenschlicher Ebene.
7. Wesentliche Einschränkung oder Beendigung sozialer, beruflicher oder privater Aktivitäten.
8. Wiederholter Alkoholkonsum in Situationen, die potentiell gefährlich sind – Inkaufnahme der Eigengefährdung.
9. Alkoholkonsum trotz dem Bewusstsein wiederkehrender gesundheitlicher Probleme sowohl psychischer als auch physischer Art.
10. Konsum größer werdender Alkoholmengen, um den gewünschten Alkoholisierungsgrad zu erreichen oder Feststellen eines reduzierten Alkoholisierungseffekts bei gleichbleibenden Mengen.
11. Auftreten von Entzugserscheinungen oder Alkoholkonsum bzw. Konsum ähnlich wirkender Substanzen zur Milderung oder Vermeidung der Entzugserscheinungen.

Je mehr Symptome erfüllt sind, desto stärker ist die Abhängigkeit: 2-3 Symptome geringe Abhängigkeit, 4-5 Symptome mittlere Abhängigkeit, über 6 Symptome starke Abhängigkeit.

Therapie der Alkoholsucht

In der Alkoholsuchttherapie wird an der Auflösung der durch Suchtmechanismen initiierten Verhaltensmuster gearbeitet.
1. Mechanismus der suchtbedingten Emotionssteuerung: Es treten Störungen in emotionalen Prozessen auf, die zu einem starken Verlangen nach Alkohol führen.
2. Mechanismus der Illusion und der Leugnung der Realität: Die Denkprozesse sind beeinträchtigt, wodurch die Wahrnehmung der eigenen Alkoholabhängigkeit verzerrt wird.
3. Mechanismus des gespaltenen Ichs: Es kommt zu einer Spaltung der Persönlichkeit, es entsteht ein bipolares Selbstbild, welches eine Veränderung (die Beendigung des Alkoholkonsums) verhindert.

Mittel gegen Alkoholsucht

Die Alkoholsuchttherapie beruht – abgesehen von der Auflösung der durch Suchtmechanismen initiierten Verhaltensmuster – auf der Anwendung von Methoden zur Verstärkung der Selbstbeherrschung.
Das rezeptfreie Arzneimittel gegen Alkoholsucht Campralex wirkt entspannend auf das periphere Nervensystem. Es löst mentale Anspannung, welche als Begleiterscheinung des Entzugs auftreten kann. Damit kann das Fortführen der Abstinenz erleichtert werden. Dieses Arzneimittel gilt als eine pharmakologische Ergänzung der Abhängigkeitspsychotherapie, es kann sie allerdings nicht ersetzen.